Leerstand in der Studentenstadt: Zwei neue Minister müssen gleich zeigen, was sie können

24. Februar 2022

Ruth Waldmann: Bauminister Bernreiter und Hochschulminister Blume müssen Sanierungsplanung und Instandsetzung von fast 1500 unbewohnbaren Apartments und Wohnheimplätzen energisch vorantreiben'

Zwei neue Minister hat Bayern seit und beide sind gleich gefordert, ein unhaltbares Problem im Münchner Norden zu bereinigen: Bald stehen 1500 Wohnheimplätze in der Studentenstadt Freimann (StuSta) leer. „Bauminister Bernreiter und Hochschulminister Blume können gleich beweisen, dass sie energisch zupacken können, denn das müssen sie auch“, erklärt Ruth Waldmann, SPD-Landtagsabgeordnete im Münchner Norden. Nach einem Brandschaden, aufgrund von Sanierungsstau und offenbar auch wegen Schimmelbefalls, hatte das Studentenwerk München verfügen müssen, vier der Häuser in der StuSta komplett zu räumen, damit sind fast zwei Drittel der Plätze in der größten Wohnanlage für Studierende nicht mehr bewohnbar.

„Studentenwohnraum zu fördern, dessen Bau und Erhaltung zu finanzieren ist eine angestammte Aufgabe des Freistaats“, sagt Ruth Waldmann, „erst recht in einer Stadt mit 15 Hochschulen und über 130.000 Studierenden, in der preiswerter studentischer Wohnraum ohnehin das knappste Gut ist.“

Im aktuellen Haushaltsentwurf des Bauministers stehen gerade mal 38 Mio. Euro für Neubau- und Instandsetzung von Studentenwohnheimplätzen zur Verfügung – für ganz Bayern. Das meiste Geld ist schon für konkrete Projekte in den nächsten Jahren verplant. Allein die Sanierungskosten der StuSta-Häuser werden Presseberichten SZ, 23.2.2022 zufolge auf weit mehr als 130 Mio. Euro geschätzt. Das Studentenwerk München hat offenbar nicht einmal die Finanzmittel, um die vorauslaufenden Planungskosten tragen zu können.

„Wir stehen im Landtag mitten in den Haushaltsberatungen. Noch ist Zeit, die Haushaltsmittel angemessen aufzustocken, und höchste Zeit ist es, die Sanierungsplanung voranzutreiben. Das sollte auch ein vordringliches Anliegen des neuen Hochschulministers Blume sein“, erklärt Ruth Waldmann.

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