Auch ohne Lohn engagiert

Der Landkreis Neustadt/WN hat die größte Ehrenamts­dichte im Freistaat Bayern. Grund genug für die SPD­ Landtagsfraktion den in den sozialen Bereichen ehren­amtlich engagierten Männern und Frauen mit einem Emp­fang zu danken.

Neustadt/WN. (bey) Am späten Frei­tagnachmittag in der Stadthalle Neu­stadt/WN trafen sich auf Einladung von MdL Annette Karl eine Vielzahl dieser ehrenamtlich tätigen Bürger aus den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden, um stellvertretend für viele andere gleichgesinnte Männer und Frauen den Dank der SPD entgegenzunehmen.

MdL Ruth Waldmann, München, Sprecherin für Ehrenamt und bürger­schaftliches Engagement der SPD­ Fraktion, machte eine beeindrucken­ de Rechnung auf: 710 Millionen Ar­beitsstunden leisten die Ehrenamtlichen jährlich in Bayern, was betrags­mäßig rund sechs Milliarden Euro Wertschöpfung ausmache.

MdL Annette Karl nannte den Sozi­alempfang der SPD-Landtagsfraktion die Möglichkeit, sich auch unterei­nander auszutauschen, aber auch eventuell notwendige gesetzliche Verbesserungen im sozialen Bereich oder auch bei der Ausübung des Eh­renamtes selbst anzuregen. Bürgermeister Rupert Troppmann als Haus­herr der Stadthalle sprach der SPD­ Landtagsfraktion ein Lob für die Aus­ wahl Neustadts für den Sozialemp­fang aus. Hier werde für rund 6000 Einwohner von 60 Vereinen das Eh­renamt großartig wahrgenommen. Mit dieser Vereinsdichte würden alle Interessen abgedeckt.

Viel Arbeit und Ärger

Dennoch gab der Bürgermeister der hohen Politik eine Überlegung mit auf den Weg: Die ehrenamtlich täti­gen Politiker im kommunalen Be­reich würden allzu oft in Vergessen­heit geraten, obgleich dies auch mit viel Arbeit, manchem Ärger, dennoch auch mit viel Spaß verbunden sei.

Die Landtagsabgeordnete aus der bayerischen Landeshauptstadt be­zeichnete das Ehrenamt als „Recht mündiger Bürger, sich aktiv einzumi­schen und sich an der Gestaltung der Gesellschaft und des öffentlichen Le­bens zu beteiligen. Deshalb sei es auch sinnvoll gewesen, dem Ehren­amt als Staatsziel durch Aufnahme in der Bayerischen Verfassung eine he­rausgehobene Rolle zu geben.

Waldmann räumte ein, dass sich das Ehrenamt einer Wandlung unter­ werfen musste. Das habe dazu ge­führt, dass sich junge Menschen weitaus geringer engagieren. Das lie­ge aber nicht an mangelndem Interesse, sondern finde seine Ursachen im familiären und beruflichen Bereich. Deshalb müsse die Politik überlegen, welche Rahmenbedin­gungen notwendig sind, um wieder Verbesserungen zu erreichen. Dazu gehört nach Ansicht Waldmanns bei­spielsweise, das Mitspracherecht im Ehrenamt zu stärken.

Oft fehlt das Geld

Eine Besucherin bezeichnete das Eh­renamt als finanzielle Angelegenheit. Oft fehle die finanzielle Grundlage, ein Ehrenamt übernehmen zu kön­nen. Deshalb müsse es gefördert oder steuerlich begünstigt werden, meinte die Besucherin. Waldmann meinte, dass das Ehrenamt nicht die Auffangstation für eine schlecht kon­zipierte Rente werden könne.

Der Neue Tag, Neustadt/WN www.onetz.de